Der Verein

Der WV Darmstadt´70 (WVD´70) ist der einzige Wasserballsportbetreibende Verein in Darmstadt und Umgebung. Mit seinen über 200 Mitgliedern gründeten die Wasserballer der drei großen Schwimmvereine Darmstadts am 02. September 1970 den WVD´70 und wählten Karlheinz Theuner zum ersten Vorsitzenden.
In der ersten Saison stieg der WVD´70 in die Oberliga Hessen ein und konnte gleich zu Beginn ein erfolgreiches Endergebnis als Zweitplatzierter der Liga, hinter der Bundesligareserve des 1. Offenbacher SC erzielen.
Im Folgejahr stieg der Verein in die Regionalliga Süd (heutige 2. Wasserball-Liga Süd) auf, in der die erste Herrenmannschaft ohne Unterbrechung bis 2017 vertreten war und nach einer kurzzeitigen Abwesenheit heute wieder vertreten ist.
Den ersten größeren Erfolg feierte der WVD 1976, als er die Süddeutsche Vizemeisterschaft und den Süddeutschen Pokal errang.
1978 war es dann sowiet: Der WVD wurde das erste Mal Süddeutscher Meister. Das Team um Dr. Walter Gerdes beendete seine bislang erfolgreichste Saison mit drei Punkten Vorsprung auf die Bundesligareserve des SV Würzburg.
Aus dem folgenden Aufstiegsturnier in Darmstadt gingen der SV Augsburg und der Wolfenbüttler SV als Aufsteiger hervor. Der WVD verpasste als Drittplatzierter den Aufstieg nur knapp.
Weiter in der Regionalliga Süd vertreten, ermöglichte die erneute Vizemeisterschaft im Jahre 1981 die zweite Chance zum Aufstieg in die Bundesliga. Trotz der viel versprechenden Leistung in den Vorbereitungsspielen gegen die Neuseeländische Nationalmannschaft verpasste die Mannschaft um Trainer Lutz Müller erneut den Aufstieg und musste sich als Viertplazierter geschlagen geben.
Grund zum Feiern ergab sich erst wieder 1984. Zum zweiten Mal konnte der WVD´70 die Süddeutsche Meisterschaft erringen. Beim anschließenden Aufstiegsturnier konnte an die gute Leistung nicht angeschlossen werden, und beendete das Turnier wiederum als Viertplazierter.
In den Folgejahren fanden Wechsel auf der Trainerposition statt, auf der Peter Straßburger (1985) und Wolfgang Schmidt (1986) wirkten, bevor schließlich 1987 wieder Lutz Müller das Traineramt übernahm.
Am 15.12.1986 kam es zu einem weiteren Highlight der Vereinsgeschichte. Die erste Damenmannschaft, trainiert von Uwe Brückner, wurde gegründet und bezwang bei ihrem Debüt den VfB Friedberg in einem Freundschaftsspiel mit 8:5.
1989 kam es für die zwischenzeitlich aufgelöste Mannschaft zur erneuten Gründung unter Trainer Holger Weingärtner.
Die erste Herrenmannschaft spielte nach dem Aufstiegsturnier auch weiterhin eine wichtige Rolle im oberen Tabellendrittel der Regionalliga Süd. Obwohl dem WVD die Meisterschaft verwehrt blieb, zählten die Südhessen doch stets zu den Stärksten der Liga. Ausgerechnet im Jahre der Neugründung der zweiten Bundesliga, die durch die Wiedervereinigung notwendig wurde, landete der WVD auf Rang vier. Der dritte Platz jedoch hätte die Teilnahme an den Qualifikationsspielen bedeutet.
Dies bedeutete einen Bruch in der Mannschaft. Ein Trainerwechsel war die Folge. Hossein Nassim, zuvor aktiver Spieler beim WVD und für den Iran Nationalspieler und Olympiateilnehmer (Montreal 1976), übernahm die Trainertätigkeit im WVD´70.
Unter Trainer Nassim konnte der Verein einige Erfolge verbuchen. So brachten die WVD-Herren Rote Erde Hamm im Deutschen Wasserball-Pokal an den Rand einer Niederlage und konnte 1994 den Süddeutschen Pokal zum zweiten Mal nach Darmstadt holen.
In der darauf folgenden Saison (1994/1995) tat sich die Herrenmannschaft sehr schwer. Durch einige Spielerabgänge geschwächt musste die verjüngte Mannschaft Lehrgeld zahlen und stand zu Beginn der Rückrunde das erste Mal in der Vereinsgeschichte auf einem Abstiegsplatz, der Dank einer starken Rückrunde jedoch am Ende verlassen werden konnte.
Zur Saison 1995/1996 wechselten einige Spieler des aus der 2. Bundesliga abgestiegenen WBC Frankfurts nach Darmstadt. Die Saison wurde zur Mannschaftsbildung benutzt und im oberen Drittel der Tabelle beendet.
Zur Saison 1996/97 kehrte Lutz Müller zum WVD zurück und bildete mit Hossein Nasserie ein Trainergespann. Saisonhöhepunkt war zweifellos das Spiel gegen den Rekordmeister Spandau 04 Berlin.
Die mit allen Nationalspielern angereiste “Weltauswahl” ließ dem WVD erwartungsgemäß keine Chance. Die mehreren hundert begeisterten Zuschauer im Nordbad sahen 22 Tore des Bundesligisten – und feierten den Gegentreffer durch Lars Theiß wie einen Sieg. Ohne Zweifel war dieses Spiel für alle Beteiligten ein denkwürdiges Ereignis.
Nach dem zweiten Platz im Vorjahr setzte der WVD in der Liga alles daran, endlich wieder die Meisterschaft zu erringen Nach konzentrierter Vorbereitung und hartem Training schaffte der WVD 1997 das Double. Damit ist die Saison 1996/97 die erfolgreichste überhaupt in der Geschichte des WVD. Ein Wehmutstropfen aber blieb. Hossein Nasseri zog sich zum Saisonende vom Traineramt zurück.
Auf dem Aufstiegsturnier in Halle spielte der WVD munter mit, unterlag aber dennoch den Mannschaften Blau-Weiß Bochum und Spvg. Laatzen, die Aufstiegschance war verpasst. Infolge dieser Enttäuschung ließ sich der WVD auch vom SC Halle die Punkte nehmen und trat als Viertplazierter die Heimreise an.
Zum vierten Mal war ein Aufstieg in die 2. Bundesliga verspielt worden, was einen großen sportlichen Bruch in die Mannschaft trieb. Die Folgesaison konnte nur auf einem enttäuschenden 6. Platz abgeschlossen werden.
Auf der Trainerbank nahm 1998 Andrej Leszay platz und führte die Mannschaft durch die Regionalliga. 2000 führte er in einer grandiosen Partie gegen Fulda die Mannschaft zum vierten Süddeutschen Pokaltitel.
2001 übernahm erneut der jetzige Trainer Hossein Nassim die Leistung der Herrenmannschaft. Personelle Probleme und das zunehmende Alter der Mannschaft lassen bisher größere Erfolge vermissen. Momentan liegen die Herren auf den vierten Platz der Regionalliga Süd.
Die WVD-Damen spielten nach der Gründung der Regionalliga immer in der oberen Hälfte der Tabelle mit und entwickelten sich über die Jahre zu einem starken Team. Teilnahmen an der Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft und das Erreichen der Süddeutschen Meisterschaft unter Trainer Florian Schopper waren die Folge.
Seit 1999 spielten die Damen immer eine gewichtige Rolle bei der Vergabe des Süddeutschen Meister- und Pokaltitels, mussten sich jedoch SV Würzburg im Jahr 2000 und Nikar Heidelberg im Jahr 2001 und 2002 geschlagen geben.
Auch der WVD´70 feiert in diesem Jahr ein großes Jubiläum. Zum 30. Mal begrüßt der Verein an Pfingsten Wasserballmannschaften aus ganz Europa. Angefangen 1973 mit 4 Herrenmannschaften entwickelte sich das Pfingstturnier über die Jahre immer weiter. 1997 wurde erstmals neben dem Herren- auch ein Damen- und Jugendturnier ausgetragen. Die Veranstaltung, an der 16 Mannschaften um den begehrten Pfingsttitel kämpften, wuchs zur einer der größten Wasserballveranstaltung Süddeutschland heran.
Durch ein ansprechendes Rahmenprogramm und durch ein hochkarätiges Mannschaftsfeld fanden Spitzenmannschaften aus ganz Europa immer wieder den Weg nach Darmstadt.
So besuchte den WVD´70 bereits der mehrmalige Europapokalsieger Budapest, der niederländische Meister Eindhoven, der englische Erstligist Polytechnik London oder auch Nationalmannschaften aus der Schweiz oder dem Iran.
Viele Bundesligisten, wie Bochum, Berlin, Duisburg, Hamburg oder Köln verwendeten das Pfingstturnier als Vorbereitung auf die bevorstehenden PlayOffs.
In diesem Jahr feiert der WVD´70 sein 30. Jubiläum und kann, dank der Unterstützung einiger Sponsoren und der zahlreichen Hilfe der Mitglieder des WVD´70, das Turnier noch einmal erweitern. So freuen sich die Organisatoren auf 15 Herren- und 6 Damenmannschaften und besonders über die erneute Teilnahme einiger europäischer Topmannschaften.
Zusammen mit einem großen Rahmenprogramm, u. a. mit der traditionellen Pfingstfete am Samstagabend, einer großen Tombola und weiteren Aktionen, wird das Jubiläumsturnier der Wasserballer Darmstadts sicherlich ein rauschendes Fest.